Campbell Zwerghamster

Campbells kann man als einzige Art auch in der Gruppe halten. Dies setzt aber ein grosses Wissen über Hamster vorraus und empfiehlt sich nur für erfahrene Hamsterhalter. Ebenfalls ist es wichtig, dass die Tiere von einem seriösen Züchter kommen, der auch bei der Vergesellschaftung, der Haltung und bei Problemen hilft. Campbells aus der Zoohandlung sind mit sehr grosser Warscheinlichkeit nicht mehr reine Campbells, sondern Hybriden, und aufgrund ihrer Herkunft auch nicht genügend sozialisiert.

_Campbell_12901280_1060288640704812_2744042887916183166_oAuch für Campbells gilt – je nach Gruppengrösse – eine Mindestgehegegrösse von 5000 cm². Steckt man sie in Mini­käfige, muss mit Aggressionen und Verhaltensauffälligkeiten gerechnet werden. Allerdings wird eine Gruppe vergesellschaftet, in dem man das Gehege mit der Zeit immer etwas vergrössert. Das heisst auch bei Campbells: Kein seriöser Züchter und keine seriöse Pflegestelle vermittelt unter 100×50 Zentimeter Grundfläche.

Man darf Campbellgruppen auch nicht einfach in ein neues Gehege setzen. Da sie alles markieren müssen, was neu ist, kämen sie in einen riesen Markierungsstress, wodurch die Gruppe zerstört werden kann, weil kein Gruppengeruch aufgebaut werden kann.

Das Gehege sollte ausbruchsicher sein, da Hamster generell ausgezeichnete Ausbrecher sind. Das heisst, Holzterrarien müssen sehr gut gesichert sein und immer wieder kontrolliert werden, ob da nicht schon irgendwo ein Loch reingenagt wurde. Aquarien sollten eine Abdeckung haben, die natürlich luftdurchlässig ist und für Terrarien gibt es auch Schlösser für die Schiebetüre, damit der Hamster die Schiebetüre nicht aufbringt.

Wichtig bei Campbell-Gruppen: Es sollten immer Ersatzgehege vorhanden sein, falls plötzlich getrennt werden muss.

Wer sich für die Campbells-Gruppen-Haltung interessiert, ist zum Beispiel in dieser Facebook-Gruppe sehr gut aufgehoben. Auch dieser Film vom NagerBlog auf Youtube ist sehr informativ und erklärt sehr verständlich die Voraussetzungen zur Gruppenhaltung:

 

Einrichtung

  • Ein Mehrkammerhaus mit abnehmbarem Deckel und ohne Boden! Hamster sind sehr ordentlich und haben auch in freier Wildbahn eine Schlafkammer, eine fürs Futter und eine als Toilette
  • Einstreu mindestens 20 cm tief
  • Ein Laufrad mit mindestens 25 cm Durchmesser und einer geschlossenen Lauffläche. Ab 3 bis 4 Tieren empfiehlt es sich, ein zweites Laufrad anzubieten.
  • Näpfe für Frisch­futter und für das Wasser (oder Trinkflasche)
  • Sandbad mindestens 15×15 cm und mindestens 6 cm tief, eventuell auch mehrere Sandbäder, je nach Gruppengrösse
  • Pro Tier mindestens ein Versteck aus Ton, Keramik, Kork, Holz usw. (Keramik und Ton kühlen z.B. auch schön im Sommer.)
  • Stein-/Schieferplatten oder Maisspindelgranulat zum Wetzen der Krallen (kühlt auch schön im Sommer)
  • Nistmaterial aus unbedrucktem, unparfümiertem und chlorfrei gebleichtem Klopapier, Baumwollstreu oder Kapokwolle/Kapokschoten

Etagen sind eine tolle Abwechslung, müssen aber nicht sein, ausserdem sollten Hamster nicht tiefer als 10 bis 15 Zentimeter fallen können, da sie höhenblind sind. Alle Eingangslöcher für Zwerge sollten mindestens 6 Zentimeter Durchmesser haben, damit sie auch mit gefüllten Backen durchkommen und nicht hängen bleiben!